Systemkamera oder Bridgekamera

Systemkamera oder Bridgekamera

Für ambitionierte Fotofans stellt sich nach recht kurzer Zeit mit den zwar praktischen aber eher unflexiblen Kompaktkameras die Frage nach einem höherwertigen Modell. Dabei geht man zumeist den nächsten logischen Schritt und überlegt welche Alternative wohl die bessere Wahl sei – Systemkamera oder doch lieber ein Bridgemodell? Dass dabei natürlich auch der Preis entscheidend ist liegt auf der Hand aber wie auch bei der Frage nach DSLR oder Systemkamera kommen auch hier verschiedene Aspekte zum Zug.

Sony-NEX-5RKB_2

Bildqualität und Ausstattung

Oftmals wird das Argument angeführt, dass Bridgekameras in Sachen Bildqualität den kompakten und preiswerten Modellen deutlich überlegen seien. Das stimmt aber nur bedingt denn vergleicht man aus beiden Segmenten ähnlich „gute“ Kameras, so wird schnell klar, dass die Sensorgröße teils annähernd identisch ist. Somit ist auch die Bildqualität sehr ähnlich, sodass man also nicht zwangsläufig mit einem Bridgemodell automatisch bessere Ergebnisse erzielen kann.

Anders bei einer Systemkamera, die einen deutlich größeren Sensor und damit zumeist deutliche bessere Bilder schießt. Hier kommen teils identische Sensoren zum Einsatz, die auch in hochwertigen Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommen. Somit ist bei der Bildqualität ein Systemmodell einer Bridgekamera immer vorzuziehen.

Doch in Sachen Ausstattung haben die Bridgekameras einen Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen ist denn neben einem meist sehr großen Zoombereich, sind diese Digitalkameras auch deutlich kompakter. Die Hersteller von Bridgemodellen versuchen eine Art „All-in-One“ Kamera zu bauen, die dann praktisch überall und zu jeder Gelegenheit einsetzbar ist. Egal ob Panorama- oder Makroaufnahmen, eine Bridge kann man hier bedenkenlos einsetzen und erhält auch gute Ergebnisse.

Die Ausstattung bei einer Systemkamera geht schon eher in Richtung zu mehr Professionalität und so sind verschiedene Wechselobjektive verfügbar, die je nach Situation genutzt werden. Auch die manuellen Einstellungen sind hier meistens größer, sodass der Fotograf hier sehr flexibel bleibt.

Panasonic Lumix DMC-FZ200EG-K

Preis und Zielgruppe

Wie man bereits an den obigen Ausführungen erahnen kann sind Systemkameras eher für den semiprofessionellen Bereich konzipiert, sodass langfristig eventuell der Sprung zu einer DSLR geht. Auch durch das verfügbare Zubehör ist diese Kategorie der Digitalkameras kostenintensiver als Bridgemodelle bei denen man das Objektiv nicht austauschen kann. Das bedeutet aber nicht, dass die kompakten Modelle nicht extrem preiswert wären. Sehr hochwertige Bridgemodelle wie die DMC-FZ200 können durchaus 300 bis 500 Euro kosten und sind somit auf Niveau einiger Systemmodelle.

Doch auf Reisen ist der Vorteil auf der Seite der kompakten Zoomkameras, wie sie auch genannt werden. Kein weiteres Zubehör und keine lästigen Objektive, die man in der Tasche mitführen muss und dabei sind die Geräte auch bei wenig Licht mit guten Leistungen versehen, sodass ISO Bereiche von 800 und mehr durchaus zu guten Aufnahmen führen. Dem gegenüber hat man zwar mehr Zubehör bei den Systemkameras doch das zahlt sich auch aus denn Rauschverhalten sowie Funktionalität sind hier deutlich größer.

Wer also eine kompakte Kamera benötigt, die überall eingesetzt werden kann und dabei auch preislich nicht zu sehr in die Tasche greifen will, dem sollte eine Bridgekamera vollkommen ausreichen. Zudem punktet der große Zoombereich und die einfachere Bedienung mittels zahlreicher Automatiken. Wer aber langfristig kreativ sein möchte und dabei individuell verschiedene Szenarien festhalten möchte, sollte lieber auf eine Systemkamera setzen, die auch für ab 300 Euro verfügbar sind (siehe Sony NEX 3). Top Modelle erreichen aber auch die 1.000 Euro Marke, wobei diese dann aber schon auf DSLR Niveau sind.